Potenziale und Freiräume in der Produktentstehung erschließen

In den vergangenen Jahren wurden die Kostenoptimierungen in der Automobilbranche in erster Linie in der Produktion und Logistik gesucht. Beispiele sind:

  • Automatisierungstechnik in der Produktion
  • Verringerung der Lagerhaltung durch Just-in-Time-Logistik
  • Verringerung der Fertigungstiefe durch Auslagerung an Partner.

 

Im Entwicklungsbereich hingegen wird mehr an lokalen Optimierungen als an übergreifenden integrierenden Maßnahmen gearbeitet. Typisch sind:

  • Verbesserte Autorensysteme (z. B. Migration von CATIA V4 auf CATIA V5)
  • Lokale Datenverwaltungssysteme (z. B. für die mechanische, elektrotechnische oder Software-technische Entwicklung)
  • Punkt-zu-Punkt-Schnittstellen (zwischen Autorensystemen oder lokalen Datenverwaltungslösungen)
  • Vertiefte Integration der Lieferanten und Entwicklungspartner (Prozesse, Daten und IT-Systeme)

Gesamtheitliche Betrachtung

 

Lokale Datenverwaltungssysteme bergen noch ein großes Verbesserungspotenzial. So müssen die Produktentwicklung und Prozessentwicklung als Ganzes betrachtet und optimiert werden. Lokale Optima können dabei kontraproduktiv sein.

Synchronisierte Entwicklung von Produkten und Prozessen


Die wesentliche Herausforderung für die Zukunft ist die synchronisierte Entwicklung und Absicherung der Produktkomponenten (Mechanik, Elektronik und Software) sowie der Produktionsprozesse und Produktionsmittel (Arbeitspläne, NC-/RC-Programme, Werkzeuge, Maschinen/Anlagen, Fabrik).

Vor dem Hintergrund der immer komplexeren Produktkonfigurationen und stärker vernetzten Zuliefererstrukturen bei gleichzeitig hohem Zeitdruck müssen Unternehmen diesen Herausforderungen sowohl von Seiten der Ablauforganisation als auch von Seiten der IT begegnen. Idealerweise arbeiten die Fachabteilungen mit der IT Hand in Hand.

 

Herausforderungen an das Management komplexer Projekte


Das Management muss ein Projekt kontinuierlich begleiten, fördern und steuern. Eine klar strukturierte
Vorgehensweise ist anzustreben, die einerseits wegen der zahlreichen beteiligten Unternehmensbereiche weitsichtig gestaltet sein muss und andererseits genügend Synchronisationspunkte und Meilensteine enthalten muss. Dadurch kann das Projekt "selbstlernend" die laufenden Erkenntnisse nutzen und die Projektarbeit optimieren.

 
Innovationskraft stärken


Bis zu 40% ihrer Arbeitszeit verbringen Ingenieure mit der Beschaffung und Aufbereitung von Informationen - anstatt mit der kreativen Gestaltung innovativer Produkte. Durch ineffiziente Abläufe und Infrastrukturen verschenken Unternehmen so Innovationskraft und Marktpotenziale.


Es gilt also, Freiräume zu schaffen, Ressourcen frei zu machen und die Experten von mechanischen, unproduktiven Tätigkeiten zu befreien: Prozesse müssen grundsätzlich entschlackt und dann mit adaptiven Technologien unterstützt werden, die den intuitiven Zugriff auf eine durchgängige Informationslandschaft ermöglichen.


 Zur nachhaltigen Stärkung der Innovationskraft müssen so freiwerdende Ressourcen zielgerichtet eingesetzt werden. Über ein striktes Portfoliomanagement wird die Priorisierung von Projekten und der Einsatz von Ressourcen gesteuert und kontrolliert, um die Zielrichtung der Entwicklungsaktivitäten zu konsolidieren. Auf der operativen Ebene ist dafür Sorge zu tragen, dass "das Rad nicht ein zweites Mal erfunden wird" - dass also "Lessons Learned" und vorhandene Detaillösungen mit intelligenten Dokumentationssystemen schnell verfügbar und transparent sind.